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Finger weg von den Federn

Nach Indianerlager in Ringstedt erste Kontakte in die USA

Ringstedt (Samtgemeinde Beder-kesa). Eine Ferienwoche lang hat-ten sich etwa 30 Kinder in Ring-stedt als Indianer fühlen dürfen. Sie gehören zum Stamme der Se-minolen, der Lakota und der Mo-hawk. Jetzt bahnt sich möglicher-weise ein Kontakt zu echten In-dianern an.

In Ringstedt hießen die Kinder „Schneller Wolf“ oder „Flinker Hund“, schliefen im Tipi und backten Maisbrot im selbstgebau-ten Lehmspitzofen. Der Bericht der NORDSEE-ZEITUNG über diese Ferienspaßaktion der Kir-chengemeinde Ringstedt unter der Leitung von Diakon Manfred Ah-lers, in der Indianer-Woche hieß er „Leise Sohle“, hatte eine uner-wartete Resonanz: Aus St. Peter in Minnesota, USA, erreichte die Re-daktion eine E-Mail von Thorsten Dierks.

Er sei ein echter „Fischtowner“, schreibt er, und lebe seit zwei Jah-ren mit Frau und Kindern in den Staaten. Täglich lese er im Internet seine Heimatzeitung, und so sei er auf den Indianerartikel gestoßen.

Dierks ist offensichtlich ein kompetenter Experte für alles, was mit Geschichte, Sitten und Ge-bräuchen sowie der gegenwärtigen Situation der nordamerikanischen Indianer zu tun hat. Er gehört ei-nem Verein an, dessen indianische und nicht indianische Mitglieder sich zum Ziel gesetzt haben, die Lücken im Zusammenleben zwi-schen dem roten und dem weißen Mann, aber auch zwischen den verschiedenen Stämmen kleiner zu machen.

Das „Mankato Pow Wow“
Zu diesem Zweck wird in jedem Jahr das große „Mankato Pow Wow“ veranstaltet. Hierbei wird der 38 Sioux-Krieger gedacht, die 1862 in der größten Massenexeku-tion der amerikanischen Ge-schichte hingerichtet wurden. Bei diesem Fest wird streng auf die Einhaltung der alten indianischen Bräuche geachtet. So darf ein von den Stammesältesten gesegneter Tanzkreis von Weißen nur auf aus-drückliche Einladung der roten Brüder betreten werden. Und kei-nesfalls darf der weiße Mann die Federn der Indianer berühren. „Die Federn haben eine spirituelle Bedeutung“, schreibt Dierks. Es gebe in den USA sogar ein Gesetz, das hohe Strafen androhe für den Fall, dass die Bräuche der ameri-kanischen Ureinwohner nicht res-pektiert werden.

Kontakt mit Ahlers
Thorsten Dierks hat sich bereit erklärt, mit dem Diakon Manfred Ahlers Kontakt aufzunehmen, um auf diese Weise sein Wissen wei-terzugeben. Seine Eltern wohnen in Wehdel in der Gemeinde Schiff-dorf und würden sich als Vermitt-ler zur Verfügung stellen. Viel-leicht kommt so ein Briefkontakt zwischen echten Indianerhäupt-lingen vom Stamme der Ojibwa oder der Sioux und den Ferienkin-dern aus Ringstedt zu Stande. ga


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